Was in der Pfeife passiert

Zwar unterscheiden sich Pfeifen hinsichtlich ihrer Bauform und des draus resultierenden Klangs gravierend, aber dennoch haben Orgelpfeifen eine Reihe gemeinsamer Merkmale. Die folgenden Beschreibungen beziehen sich auf Labial- oder Lippenpfeifen, die den größten Anteil an Pfeifen in einer Orgel stellen.

Die untere Abbildung zeigt eine gedackte (also oben durch einen Deckel geschlossene = gedeckte) Holzpfeife. Wird durch einen Tastendruck der Weg für den Wind zur Orgelpfeife frei, so strömt dieser zunächst durch den Fuß (a) in den unteren Teil der Pfeife. Von dort gelangt er durch den Kernspalt (b) und entweicht schließlich durch die Öffnung zwischen Ober- und Unterlabium (c). Dabei regt er die Luftsäule im Pfeifenkörper (d) zum Schwingen an.

Der durch die Pfeife hervorgebrachte Klang ändert sich mit der Bauform der Pfeife. Das Verhältnis von Durchmesser zu Pfeifenlänge, die sogenannte Mensur, hat genauso Einfluß wie Größe von Pfeifenmund und Kernspalt. Einzig der Fuß der Pfeife trägt kaum zur Klangcharakteristik bei.

 

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Die nebenstehende Abbildung zeigt den Einschwingvorgang einer Pfeife. Der von unten gegen das Oberlabium tretende Windstrom wird dort gebrochen und beginnt, ähnlich der Zunge in einer Zungenpfeife, hin- und herzuschwingen. Auf diese Weise unterhält er die Schwingung der im Pfeifenkörper befindlichen Luftsäule. Der hier aufgezeichnete Vorgang dauert bei einer Pfeife in normaler Lage (sagen wir bei einem „c“ in der Tonhöhe der gewöhnlichen menschlichen Stimme) nur Bruchteile einer Sekunde. Andernfalls würde man beim Spiel kurzer Noten nur das Geräusch wahrnehmen, das beim Anblasen der Pfeife erzeugt wird, nicht aber den Ton selber. Bei sehr tiefen Pfeifen. kann der Einschwingvorgang aber sehr wohl bis zu einer Sekunde dauern.





Im stationären Zustand schwingt der Luftstrom ruhig zwischen Pfeifeninnerem und -äußerem hin- und her. Dabei bildet sich außerhalb der Pfeife ein charakteristischer Luftwirbel.


Animationen mit freundlicher Genehmigung von Reiner Janke. Die den Bildern zugrundeliegenden Untersuchungen wurden von der FH Emden durchgeführt.





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