Warum Digitalorgeln?



Schon seit langem versucht man, den Klang einer Pfeifenorgel mit anderen Mitteln zu imitieren. Erste Versuche basierten auf zum Teil abenteuerlichen mechanisch- elektrischen Systemen, die zudem sehr unzuverlässig waren. Oxidierte und abgenutzte Kontakte sowie eine zweifelhafte Klangqualität führten verständlicherweise zu einer überwiegenden Ablehnung solcher „Elektronenorgeln“. Glücklicherweise haben sich die Hersteller von diesem Image jedoch nicht entmutigen lassen, sondern haben den Schritt zur Digitaltechnik vollzogen, die vollkommen neue Möglichkeiten eröffnet.

Heutige Digitalorgeln benutzen Klänge echter Pfeifenorgeln, die mittels aufwendiger Aufnahmetechniken aufgezeichnet und in CD-Qualität digitalisiert wurden. Die Wiedergabe erfolgt nach dem MIDI-System, das heute jeder Computer mit Soundkarte beherrscht. Der Tastendruck auf eine solche Orgel veranlaßt einen eingebauten Computer, den Klang einer Pfeife abzuspielen, mit Anblasgeräusch und allen Unstetigkeiten, die den Orgelklang authentisch machen.

Mit entsprechendem Aufwand ist heute der Klang einer Pfeifenorgel nur noch schwer von dem einer Digitalorgel zu unterscheiden. Die besten digitalen Instrumente berücksichtigen beispielsweise die Geräusche der Traktur und das leise Rauschen des Windes in der Orgel sowie den Druckabfall, der an einer Pfeife auftritt, wenn gleichzeitig eine weitere klingt. Die Töne zweier gleichhoch klingender Pfeifen werden über verschiedene Verstärker und über unterschiedliche Lautsprecher wiedergegeben, um möglichst realistische Interferenzen des Orgelklangs nachzubilden. Und nicht zuletzt können anstelle der Lautsprecher sogenannte Resonatoren eingesetzt werden, die nicht als punktförmige Schallquelle wirken, sondern den Ton über eine lange Röhre abstrahlen, wobei für jeden Ton eine andere Röhre angesprochen wird. Somit ist meiner Ansicht nach der musikalische Verlust für Spieler und Zuhörer durch eine schlecht gebaute, unsachgemäß umgebaute oder einfach nur nicht gewartete Pfeifenorgel bei weitem größer als der verhältnismäßig geringe Verlust an Authentizität sein muß.

 

 

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Jeder Organist wird einer rein mechanische Schleifladenorgel mit zuverlässiger Traktur, die über Jahrhunderte hinweg präzise arbeiten kann, in den meisten Fällen den Vorzug gegenüber anderen Instrumenten geben. Allerdings sind diese Instrumente in der Anschaffung und im Unterhalt sehr teuer. Zudem befinden sich viele Kirchenorgeln in abenteuerlichem Zustand, mit undichten Bälgen, unpräziser Pneumatik, nachgerüsteten elektromechanischen Spieltischen aus den 60er Jahren, die jeden Druckpunkt vermissen lassen und wahrlich weder Spielvergnügen noch einen Hörgenuß bereiten. In diesen Fällen können digitale Orgeln eine Alternative sein:

  • Eine digitale Orgel kostet in der Anschaffung höchstens ein Zehntel einer Pfeifenorgel.

  • Die Instrumente arbeiten heute nahezu verschleißfrei und bedürfen keinerlei Wartung, bei einer Lebensdauer von 10-30 Jahren. (Die Unterhaltskosten für regelmäßige Stimmung, Wartung, Reinigung einer Pfeifenorgel summieren sich innerhalb von 10 Jahren in etwa auf den Betrag, den eine Digitalorgel kostet.)

  • Die klanglichen Möglichkeiten sind nicht geringer als die einer Pfeifenorgel.

  • Die äußere Gestaltung kann ganz im Stile einer Pfeifenorgel gehalten werden - sie sieht nicht einfach nach einem minderwertigen Ersatz aus.

Die digitale Orgel wird die Pfeifenorgel nie verdrängen, da ohne reale Vorbilder keine Klänge zur Verfügung ständen, die nachgebildet werden könnten - und müßten. Vielmehr stellt sie als Alternative zur Pfeifenorgel sicher, daß die Orgel weiterhin als hochgeschätztes Instrument ihren Platz im Gottesdienst behält.



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Die Orgeln auf dieser Seite finden Sie auf der Homepage der Fa. Johannus, Niederlande.